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15.08.2021

Erfolgreiches Erwachen aus dem Dornröschenschlaf

(m.s) Cup-Spiele sind immer so eine Sache. Vor allem gegen unterklassige Gegner verstehen es die Wild Pigs gut, die Partie unnötig kompliziert zu gestalten. Und wie soll es dann erst kommen, wenn der letzte Ernstkampf schon zehn Monate zurückliegt? Die Antwort: Ganz ordentlich.

Liebe Schwestern von gestern, Leute von heute und Jörgens von mörgens! Schön, seid ihr da und lasset euch von meinem literarischen Erguss berieseln. Lange ist es her, seit ich zuletzt für die Wild Pigs in die Tasten zu hauen hatte. Wäre ich nicht von Beruf Schreiberling, so hätte ich mir vor diesem Matchbericht wohl zuerst nochmals den Veloständer bei der Sek Andelfingen beziehungsweise dessen alphabetische Beschriftung zu Gemüte führen müssen, um mich auf der Tastatur einigermassen zurecht zu finden. Glücklicherweise beschrifte ich aber hauptberuflich Käseblätter und kann mit einer Tastatur einigermassen umgehen, denn wohlgemerkt ist auf besagtem Veloständer nur ein griechisches Alphabet zu finden, und das nicht einmal komplett, womit mir nur wenig geholfen wäre, es sei denn, ich möchte "Waldbrand" buchstabieren oder neue Covid-Varianten benennen.

Wie dem auch sei. Was wollte ich sagen? Ach ja richtig, Matchbericht.

Der letzte Ernstkampf des Herren 1 liegt bereits 10 Monate zurück. Mitte Oktober 2020 liess ein krauseköpfiger Kollege, dessen Name mir soeben entfallen ist, die frohe Kunde verlauten, wonach die Wild Pigs vier Punkte eingeheimst hätten. Seither wurde es aber mächtig still um die Wildsauenrotte. Doch verzaget nicht, liebes Schwarzwildvolk, ich habe Neues zu berichten.

Der lange Dornröschenschlaf ist vorbei. Teilweise war es auch ein Winterschlaf. Und manch eine Sau plante, den Unterbruch für einen Schönheitsschlaf zu nutzen, doch ist dessen Effekt selbstverständlich zur Gänze ausgeblieben. Doch was lange schläft, wird endlich hungrig, wie der Franzose sagt. Die ideale Gelegenheit, wieder auf Betriebstemperatur zu kommen, bot sich im Cup. Erste Runde. Uster. Geil.


UHC Uster vs. UHC Wild Pigs 6:14

Eine gute Wildsau weiss: Cup ist, wenn's am Ende doch noch unnötig eng wird. Doch genau das sollte heuer vermieden werden. Dem unterklassigen Uster galt es das eigene Spiel aufzuzwingen, den Gegner gar nicht erst in dasselbe kommen zu lassen und ihn mit Einfachheit, Sicherheit und Konzentration zu zermürben.

In vielerlei Hinsicht war es eine besondere Partie. Wie gesagt, war es der erste Ernstkampf seit einem gefühlten Jahrhundert. Weiter erlebte die Wildsauenrotte einen personellen Umbruch. Der langjährige Leitkeiler Fido hat sein Leitkeilertum an den Nagel gehängt (oder er erlag dem Jäger des Altertums, aber das ist nur ein Gerücht), dafür erhielten mit Kai und Lars zwei Jungsauen erstmals Auslauf im Herren 1. Fast ein Neuzugang war auch Flo Sacki, der einst angeschossen war, nun aber entschied, den Veterinär hinter sich zu lassen. Und dann wäre da ja noch der älteste der Sackmänner. Auch er spürt das Alter. Er entkam bislang zwar dem Jäger, doch erlag er wohl dem Zeugungsschmerz. Nach neun Saisons und über 300 Spartiaten, die gegen die übermächtigen Perser kämpften... Ich versuchs nochmals... Nach neun Saisons und über 300 Scorerpunkten wird er künftig kürzer treten. Das Cupspiel sollte sein letztes Hurra im Herren 1 werden.

Weshalb sind wir schon wieder hier? Ach ja richtig, Matchbericht.

Nun denn, Kameraden. Wir können loslegen, ich habe den Fötzel mit den Toren und Torschützen gefunden. Halbgar und semi-erschöpft vom Drei-gegen-Drei-Einspielen (das zumindest das Empfinden des Schreiberlings) starteten die Wild Pigs formidabel in die Partie. Schon in der zweiten Minute hing der Ball erstmals in der Ustermer... Usterer... Ustemer... ... ...in der Torecke des Gegners. Mit einem Schuss aus der Drehung brachte die einzig wirklich gutaussehende Wildsau, deren Name mir jedoch soeben entfallen ist, den Favoriten in Führung. Der Pass kam von Rückkehrer Flo Sacki, noch okay aussehend, aber halt eben schon einen deutlichen Zentimeter kleiner gewachsen, was sich natürlich auf das optische Gesamtbild negativ auswirkt.

Auch danach zeigten die Wild Pigs eine ansehnliche Partie. Hinten solide liess man Uster kaum zu Chancen kommen. Und wenn doch, sass da noch eine Wuschelsau im Weinländer Tor, die als geübter Grabscher jedem Schuss an die Bälle ging. Und wenn selbst Mr. Krausekopf nichts mehr ausrichten konnte, so war ihm die Torumrandung oder das schlecht eingestellte Visier der Gegnerschaft wohlgesinnt. Ein Manko gab es in diesem ersten Drittel aber doch: Die Kaltblütigkeit und Abschlussqualität liess zu wünschen übrig. Und so dauerte es bis in die 9. Minute, ehe es wieder einmal im Tor von Uster schepperte. Dafür zuständig war die Nummer 5, Mario Sacki. Er kann es also noch, die alte Sau.

Schön, schön, doch habe ich schon erwähnt, dass die Wildsauen im ersten Drittel definitiv zu den Warmblütern (Blütern, nicht Blüttlern) gehörten? Erst rund zehn Minuten nach dem 2:0 konnten sich die Wild Pigs wieder einmal überwinden, ein Tor zu erzielen. Ein weitgehend durchzogenes Powerplay nutzte Neo-Spielertrainer Remo Bosshardt zum 3:0. Der Pass kam, natürlich, von einer aussergewöhnlich gutaussehenden Wildsau, deren Name mir aber soeben entfallen ist. Letztere war es auch, die nur wenig später den nächsten erfolgreichen Angriff einleitete. Ein Pass auf Powersau Patrik Wipf erwies sich als angemessene Wahl, versenkte diese den Ball doch noch vor der ersten Pause zum 4:0 im Netz.

4:0 nach 20 Minuten war ein gutes Resultat. Tatsächlich zeigten die Wild Pigs bis dahin eine sehr gute Partie, liessen defensiv kaum etwas zu, hätten offensiv aber mehr zustande bringen können. Zeit, das umzusetzen blieb ja noch genug. Drei Mal 20 Minuten effektiv sei Dank.

Lange dauerte es nicht. Nur 35 Sekunden nach dem Wiederanpfiff war es Mario Sacki, der auf Pass von Luca Hug zum 5:0 traf. Und auch in der Folge powerte die Wildsauenhorde weiter:

25. Minute, 6:0 Flo Fuchs (Assist von Mario Hächler)
26. Minute, 7:0 Flo Fuchs (Assist von Remo Bosshardt)
29. Minute, 8:0 Name entfallen, aber gutaussehend (Assist von Flo Sacki)

Dann kam eine Phase, in der weitere Tore fielen, die aber mithilfe des Matchblatts nicht wirklich sinnvoll einordenbar sind. Die Person, die das Dokument ausgefüllt hat, hat da einige Zeitsprünge vor und zurück gemacht. Und mein Gedächtnis ist zu wenig gut, als dass ich mir eine genaue Abfolge von Toren merken könnte. Doch sicher ist, so viel kann ich sagen, dass die Wild Pigs zwischenzeitlich 11:0 führten. Getroffen haben jedenfalls Patrik Wipf (Flo Sacki) und zweimal auf praktisch identische Art und Weise Flo Fuchs. Letzterer verwertete jeweils im Slot den von Remo Bosshardt von hinter dem gegnerischen Tor hervor gespielten Pass.

11:0 stand es also, bis dahin war mehr oder weniger die Hälfte der Partie absolviert. Und bis dahin hatten die Wild Pigs kaum Schwächen gezeigt. Doch was wäre ein Wild-Pigs-Spiel ohne Schwächephase? Leider ging es auch in dieser Partie nicht ohne. Aus irgendeinem Grund wurde der Favorit übermütig, übermotiviert und unkonzentriert. Die Folge waren dumme Fehler und zwei unnötige Strafen. Beide konnte Uster ausnutzen, eine mit nur einer Sekunde Restzeit. Da sich Dario Lüthi und Patrik Wipf aber in Unterzahl durch grossen Einsatz ebenfalls zu einem Treffer kombinierten, fiel die Bilanz noch einigermassen okay aus. Zum Ende des zweiten Abschnitts stand es 12:3 aus Weinländer Sicht.

Die Aufgabe für das letzte Drittel war klar: Den Sieg nach Hause bringen. Die Wild Pigs waren die klar bessere Mannschaft und grundsätzlich sprach wenig für die grosse Wende von Uster. Aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Und wenn die Tore einmal fallen, kann es schnell brenzlig werden. Daher galt es, wieder zurück zum einfachen, sicheren Spiel zu finden, das die Wildsauen in den ersten 30 Minuten auszeichnete.

Für das letzte Drittel durfte Lars Meier das Tor der Wild Pigs hüten und den in diesem Spiel stark aufspielenden Krausekopf Yannik Caspar ersetzen. Auch der Junggoalie fügte sich gut in die Partie ein und vereitelte einige gefährliche Angriffe der Gegner. Dreimal war er allerdings machtlos. Da die Wild Pigs aber wieder weitgehend gut spielten, fiel dies nicht allzu sehr ins Gewicht. Zudem fanden sie immer wieder eine Antwort. Einmal mehr war es Flo Fuchs, der den Pass von Remo Bosshardt in gewohnter Weise verwertete. Und nach 52 Minuten erzielte schliesslich Kai Städeli auf Pass von Altmeister Mario Sacki sein erstes Tor fürs Herren 1. Damit hatten alle Weinländer Feldspieler mindestens einen Scorerpunkt zu verzeichnen.

Am Ende feierten die Wild Pigs einen überzeugenden 14:6-Sieg. Völlig tadellos blieben sie zwar nicht, doch wirklich gefährdet war der Erfolg nie. Zu limitiert war Uster in spielerischer Weise. Wenn es darauf ankam, waren die Wildsauen bereit. Beinahe wäre sogar noch das 15:6 gefallen. Zum Abschluss seiner erfolgreichen Herren-1-Karriere durfte Mario Sacki in den Schlusssekunden nochmals mit seinen jüngeren Brüdern in einer Offensive-Total-Linie auflaufen (einer der drei soll wahnsinnig gut aussehen, habe ich gehört). Einen Direktschuss aus bester Position konnte der Goalie von Uster aber magistral entschärfen.

Ein sonniger Sonntagmorgen in einer guten Halle mit fairem Gegner und kompetentem Schiri endete dennoch triumphal. Und so konnte die ausgeschlafene Wildsauenhorde endlich wieder einmal einen McDonalds von innen betrachten. Sportlernahrung muss schliesslich sein.

In diesem Sinne: Sau, Sau, Wildsau!
Autor: M. S. aus A.
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