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09.04.2019

Mein Abschiedsspiel

(#69) Die letzte Runde der Herren 2, kurz zusammengefasst, 4 Punkte, 4 Blöcke, 19 Tore, 1 Karriereende, 1 Rücktritt, Ca. 30 phantastische Fans und ein sehr gutes Nachtessen.
Da es sich beim besagten Karriereende um mich handelt, durfte ich diesen Bericht schreiben. Sorry, ich werde nun hauptsächlich über mich schreiben und mich natürlich auch in den Mittelpunkt stellen.
Ganze 28 Jahren durfte ich diesen Sport aktiv betreiben. Im Alter von 12 Jahren trat ich dem RSC Winterthur bei. Zuerst als Torhüter, und dann nach 4 Saisons als Feldspieler.

Noch was für die Geschichtsbücher.

Vor 28 Jahren sah das Unihockey noch etwas anders aus. Die Ausrüstung des Torhüters bestand aus einem Stock, einem Eishockey Helm, Fussballtorhüter T-Shirt und Trainerhosen über diese wurden Eishockeyschoner mit Klebeband montiert.
Die Banden waren aus Schalltafeln, wurden fest verschraubt und hatten die «ideale» Höhe, genau unter der Kniescheibe.
Jede 2 Minutenstrafe wurde mittels gelber Karte angezeigt. Und der Torhüter konnte auf dem ganzen Feld mit seinem Stock mitspielen, sozusagen als Libero.
Bei den Stöcken gab es genau 2 Marken in der Schweiz.

Wie ging es nun mit meiner Karriere weiter?

Beim RSC Winterthur der ganz chaotisch von einer Person geleitet wurde (Präsident, Vorstand, Trainer, Kassier, Aktuar, Juniorenobmann, Turnierorganisator etc. war alles dieselbe Person, Arthur «Turi» Eberlin,) lernte ich Christof «Gmües» Peter kennen. Durch Ihn kam ich dann ins schöne Weinland.
Wir trainierten als RSC Winterthur selbständig jeweils am Freitag in Marthalen. An Abenden wo die Damenriege nicht trainierte, konnten wir ganze 3 Stunden trainieren. Zum Teil waren wir gerade mal 3 Personen, aber auch so trainierten wir 3 Stunden bis zur totalen Erschöpfung. Eine solche Kondition wie damals hatten wir leider in der Zukunft nie wieder.

Gründung der Wild Pigs

Nach dem dann «Turi» den Verein RSC an die Wand gefahren hatte (Schulden beim Verband), entschlossen wir uns, einen eigenen Verein zu gründen. Jung waren wir, aber voller Ehrgeiz, wir wussten ja genau, wie man einen Verein sicher nicht führen darf. Gesagt getan, der Verein UHC Wild Pigs Wyland Marthalen war geboren. 10 Jahre durften Christof und ich «unseren» Verein als Vorstandsmitglieder, stetig wachsen lassen.
Da wir etwas Vorlaufzeit benötigten, konnten wir die erste Saison nach der Gründung noch keine Meisterschaft spielen. Aus diesem Grund schlossen sich 6 Spieler für eine Saison dem B.S. Embrach. an. Dies waren neben mir noch, Christof, Andreas, Urs, Döme und Grispi. Nach einer erfolgreichen Saison bei Embrach, kehrten wir dann endgültig und für immer zu den Wild Pigs zurück.

Mit einem starken Kader stiegen wir in der ersten Saison dann auch gleich auf.
Herren 2 und Damenmannschaft
Aufgrund des sehr grossen Kaders entstand das Herren 2 und parallel die Damenmannschaft, die ich seither trainieren darf.

Da die Damen und die Herrenmannschaften am selben Abend trainierten, konnte ich nicht mehr am Herrentraining teilnehmen und wechselte deshalb ins 2 und trainierte noch im MIX Training.

Nach 2 oder 3 Saisons wurden dann die Trainings der Herrenmannschaften getrennt und ich konnte wieder mit einer Mannschaft trainieren.

Die Saisons bei den Herren 2 und den Damen waren teils sehr erfolgreich, teils katastrophal, was aber immer konstant war, war meine Motivation. Ich liebe diesen Sport, meine Teamkollegen und meine Damen (nicht so wie Ihr jetzt denkt 😊). Meine Ferien richtete ich, wann immer möglich nach den Spielplänen.

Sonntag der 07.04.2019

Am letzten Sonntag war es dann soweit. Mit 40 Jahren und einigen Monaten trat ich zu meiner letzten Runde als aktiver Spieler an. Nervös war ich schon seit 2 Wochen. Einfach keine Verletzung bitte, ich achtete auf meinen Körper, ging zur Massage (intern bei der AXA), ging zur Physio (Gröbli & Gröbli in Winterthur) und lies mich von einem Personaltrainer fit machen (danke an die Bodystation in Winterthur).
Am Samstag dann noch Getränke einkaufen und eine spezielle Frisur schneiden lassen.

Dann umziehen und aufwärmen, alles wie immer, und doch nicht. Dies ist alles das letzte Mal. Ich genoss alles.

4 Blöcke waren wir, alle wollten wohl bei meinem Abschied dabei sein, sogar der Torhüter der ersten Mannschaft wollte unbedingt bei uns spielen. Hoffentlich stellt mich der Trainer auf, der jüngste und schnellste bin ich ja nicht mehr. Aber Routine besitze ich, sehr sehr viel, hoffentlich sieht dies der Trainer auch so. YES, ich durfte spielen!!!!

Zweiter Einsatz, Pass von Christof, wie in alten Zeiten, ich schoss, und drin war er. Jetzt wusste ich dies wird auch spielerisch mein Tag. In der zweiten Halbzeit wollte unser Torhüter noch einen Assist verbuchen, also warf er mir den Ball zu, ich nahm ihn an und schoss mein zweites Tor.

Das Spiel endete 8:3 für uns.

Nach einer langen Pause mit Brettspielen bereiteten wir uns auf den zweiten Match, mein wirklich letztes Spiel vor.

Auf der Tribüne versammeln sich immer mehr Freunde von mir, meine Frau und mein Sohn sind jetzt auch da. Meine Nervosität steigt. Ich kann nicht nach oben schauen, mein Sohn hat ein Transparent dabei. Ich kämpfe mit Tränen, möchte dies aber nicht zeigen. Möchte mich voll auf das Spiel konzentrieren.

Endlich geht’s los. In der ersten Halbzeit gelingen mir 2 Assists, die zählen für mich genau so viel wie Tore, das war schon meine ganze Karriere so.

Zweite Halbzeit, der Trainer lässt mich mit «meinem» Ü30 Block laufen. Es läuft wie in unseren besten Zeiten, wir schiessen Tor um Tor und stehen hinten verdammt sicher. Christof erhält eine 2 Minuten Strafe, angeblich Abstand, was solls, wir kriegen sofort das Tor. Egal, wir haben einfach Freude am Unihockey.

40 Sekunden sind noch zu spielen, 10:4 führten wir, der Trainer nimmt ein Timeout, die Mannschaft verabschiedet mich mit Applaus, der Trainer schickt mich für diese 40 Sekunden aufs Feld, ich kämpfe wieder mit Tränen, wende mich von allen ab, fokussiere mich auf das Spiel. Darf noch wählen mit wem ich das Spiel beenden möchte, natürlich die Nr. 20 und 32.

Jetzt beginnen die letzten Sekunden. Ich erhalte ein Pass und versenke die Kugel im Tor. Sekunden später erklingt die Schluss Sirene, das letzte mal in meinem Leben. Es ist geschafft. Ich bin überglücklich. Das Publikum verabschiedet mich mit einer Welle. Unglaublich, einfach wunderschön.

Jetzt zu meinen liebsten, meine Familien kommt in die Halle runter und ich kann Sie umarmen.

Jetzt noch mit allem Anstossen und Kuchen essen.

Teamessen

Nachdem wir auch noch alles aufgeräumt haben gingen wir noch mit der Mannschaft essen. Das Restaurant Stube in Marthalen zauberte uns noch ein tolles Nachtessen auf den Tisch.
An diesem Abend verkündete dann auch noch Fabian H. seinen Rücktritt.

Danke

Ich möchte mich hier bei allen Personen bedanken, mit denen ich die letzten rund 28 Jahre verbringen durfte und hoffentlich auch weiter verbringen darf. Als Damentrainer werde ich weiterhin 100% geben und dem Verein als Trainingsspieler weiterhin verbunden bleiben.
Dieser Sonntag war einer meiner schönsten Tage in meinem bisherigen Leben, natürlich hinter der Hochzeit und der Geburt von unserem Sohn.

Eure Nr. 69

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Autor: #69
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