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01.04.2026

Feuchte Gegner und eine Hot-Dog-Intrige

(m.s) Während die übrigen Clubs der Gegend grösstenteils längst in den Ferien weilen, stehen die Wild-Pigs-Herren immer noch mitten in der Saison. Im Aargau nahmen sie es mit zwei feuchten Aargauer Teams auf, wurden aber nur einmal nass.
UHC Wyland: 3. Liga Grossfeld, Saisonende, Abstieg.
Uhwieser Rotäugli: 2. Liga Kleinfeld, Saisonende, Abstieg.
Wild-Pigs-Damen: 2. Liga Kleinfeld, Saisonende, Abstieg.

Aus Weinländer Sicht war es nicht das allererfolgreichste Jahr. Doch wie es sich gehört, gibt es Ausnahmen. Da wären etwa die Traktoren aus Buchberg-Rüdlingen. Während die Damen gar nicht absteigen konnten, da sie bereits in der tiefsten Liga spielen (3. Liga Kleinfeld), kämpfen die Herren derzeit sogar um den Aufstieg in die 1. Liga Kleinfeld. Mit einem knappen 12:11 Sieg nach Verlängerung im ersten Spiel der Serie gegen die wehmütigen Täler aus dem verregneten Dorfe haben sie sich dabei zudem in eine sehr gute Ausgangslage gebracht. Gratulation!

Die andere Ausnahme sind die Wild-Pigs-Herren, die noch immer mitten in der regulären Meisterschaftssaison stecken. Zugegeben: Sie hatten schon erfolgreichere Jahre. Aufsteigen werden sie bestimmt nicht, aber die Abstiegsgefahr ist mittlerweile auch rechnerisch gebannt. Wenn die Saison Mitte April zu Ende geht, bekleiden die Andelfinger wohl einen Platz irgendwo im Tabellenmittelfeld. Das muss ausreichen, zumal die Wild Pigs dieses Jahr vermehrt an Lame Pigs erinnern. Fussverletzungen sind gerade sehr in Mode, nicht weniger als vier Spieler standen zuletzt mit Bandagen oder Schienen auf dem Platz. Und am Sonntag gesellte sich ein weiterer Fussverletzungsfetischist hinzu.


Legion Wasserschloss VI vs. UHC Wild Pigs 6:7

Ennet des Gubrists, in Berikon AG, bestritten die Wildsauen ihre vorletzte Meisterschaftsrunde. Dabei trafen sie auf zwei feuchte Aargauer Teams, angefangen bei den Legionellen vom Wasserschloss. Mit dem Tabellenzweiten hatten die Weinländer noch eine Rechnung offen, verloren sie doch das Hinspiel mit 6:9, damals ebenfalls im Aargau.

Da mittlerweile schon Mittwoch war, als ich diese Zeilen verfasste, ich mir generell nicht viel von den Spielen merken kann und zudem der Live-Ticker auf dem unsäglichen Swiss-Unihockey-Hub inexistent ist, kann ich leider nicht mehr viel Genaues zum Geschehen auf dem Platz berichten.

Was ich noch weiss, ist die Geschichte davor. Weil ein wichtiger Wild-Pigs-Spieler auf dem Weg zur Halle bemerkt hatte, dass er doch lieber umkehren wollte, um daheim auf Knien zum Porzellangott zu beten, brauchten die Wildsauen kurzfristig Ersatz. Alle Augen schielten rasch auf Coach Fido, der sich eigentlich nur für sein Traineramt vorbereitet hatte. Zum Glück können die Weinländer auf ihre Edelfans zählen, die die Wild-Pigs-Spiele regelmässig vor Ort verfolgen. Kurzerhand wurde Familie Keller aufgeboten, doch bitte Fidos Spieler-Equipment bei ihm zu Hause zu holen und ins Aargau zu bringen. Und weil unabhängig davon und arbeitsbedingt auch Raphi Küchler knapp dran war, befürchteten die Wildsauen, dass sie das erste Spiel mit zwei Spielern zu wenig beginnen mussten.

Doch dazu kam es nicht. Familie Keller hielt ihr Versprechen und lieferte ab. MVPs! Just zu Spielbeginn standen Raphi und Fido bereit, um die Pinken tatkräftig zu unterstützen. Vor allem Fido zeigte rasch, dass er auch im hohen Unihockeyalter noch nichts verlernt hat. Wie ein junges Reh wieselte er über den Platz. Okay, wie ein angeschossenes und anschliessend überfahrenes, aber nichtsdestotrotz junges Reh. Und so war es ausgerechnet er, der das Skore eröffnete.

In der Folge entwickelte sich ein enger Schlagabtausch, in dem immer mal wieder Tore fielen. Ich meine, mich zu erinnern, dass die Wild Pigs meist führten, könnte mich aber auch völlig täuschen. Es ist aber im Grunde auch einerlei. Fakt ist: Am Ende setzten sich die Andelfinger knapp mit 7:6 durch und holten zwei wichtige Punkte. Die Legionellen vom Wasserschloss liessen die Wildsauen gänzlich trocken.


Blue Sharks Waltenschwil vs UHC Wild Pigs 8:1

Nass wurden die Weinländer dann doch noch. Im zweiten Spiel gegen Waltenschwil (fetter Reim), das man im ersten Aufeinandertreffen noch knapp hatte bezwingen können, passte nicht viel zusammen. Hinten machte man es den Aargauern zu einfach, vorne blieb man selbst ideenlos, unpräzise und wenig konsequent. Was die Wildsauen auch versuchten, es wollte nicht funktionieren. Jänu, abhaken.

Gründe für die Niederlage gibt es Verschiedene. Die Schuld den Wild Pigs zuzuschreiben, greift dabei zu kurz. Zu gutaussehend und makellos sind sie dafür. Viel eher ist es so, dass man sich im fernen Aargau befand, also quasi in der Heimat von Waltenschwil. Und da ja auch eine Wildsau gegen Blauhaie im Meer, also in deren Zuhause, kaum eine Chance hätte, war der Nuller wohl einfach vorbestimmt. Und nein, ich dulde keine Widerrede oder Kritik, auch wenn die Blue Sharks im Hinspiel in Waltenschwil (also deren echten Heimat) bezwungen worden waren. Lasst uns gemeinsam die Augen vor der Logik verschliessen, danke.

Wem diese Begründung zuwider ist, dem sei eine andere angeboten: die sabotierte Matchvorbereitung der Wild Pigs. Denn nach dem Legionellen-Spiel und vor der Blue-Sharks-Partie wollten sich diverse Weinländer mit einem verdienten Hot Dog stärken. Der Verkaufsposten für die Fleischstangen im Schlafrock glänzte jedoch nicht gerade durch seine Effizienz, was lange Wartefristen, abgesägte Würstchen und zähe Brötchen zur Folge hatte. Das erschwerte den Wildsauen die Regeneration natürlich erheblich. Da die Blue Sharks zum Zeitpunkt dieser wideren Vorkommnisse gerade auf dem Spielfeld im Einsatz standen, waren sie davon nicht betroffen. Das klingt ganz klar nach Schiebung und Intrigen der Aargauer Vereine gegen die Gäste aus dem Zürcher Norden. Aber jänu, wir wollen mal nicht so sein.


Fazit

Zwei Punkte in einer Runde, in der man gegen zwei der besseren Teams der Liga spielte, sind ein akzeptables Resultat. Die Kampfbereitschaft, die die Wildsauen im ersten Spiel an den Tag legten, macht Mut für die restliche Saison. Einmal mehr bewiesen sie, dass sie jeden Gegner schlagen können, wenn sie konzentriert auftreten und alle am gleichen Strang ziehen. Im zweiten Spiel gibt es hingegen nicht allzu viel zu analysieren. Es hat einfach nicht sollen sein. Die Wild Pigs zeigten offensiv und defensiv keine allzu gute Leistung, was gegen ein gutes Team wie Waltenschwil einfach nicht reicht. Die Blue Sharks blockten hinten Schuss um Schuss, während sie vorne die sich ihnen bietenden Chancen eiskalt nutzten. Diese Konsequenz fehlte auf Seiten der Weinländer.

Eine Runde steht nun noch aus. Mitte April geht es wieder auf die andere Seite des Gubrists und fast an den gleichen Ort wie am letzten Sonntag (etwa 1,5 Kilometer entfernt). Die Wild Pigs treffen auf die schlechter klassierten Teams Pfannenstiel-Egg und UHCevi Gossau. Vier Punkte müssen dabei das klare Ziel sein. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht wieder eine Aargauer Hot-Dog-Intrige stattfindet. Da die Weinländer dieses Mal aber auf zwei Zürcher Gegner treffen, bin ich vorsichtig optimistisch.

In diesem Sinne: Sau, Sau, Wildsau!
Autor: M. S. aus A.
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