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17.03.2026

Aufstände gegen die Oberschicht

(m.s) Die Wild Pigs nahmen es in Winterthur mit Gastgeber HC Rychenberg und den Barons aus Zürich auf. Auf eine hohe Niederlage liessen die Weinländer einen hohen Sieg folgen. Damit wahrten sie die Chance auf die vordere Tabellenhälfte.
Es war einmal vor sehr langer Zeit, also vor wenigen Tagen, da lebte ein friedliebendes Bauernvolk im Lande des guten Weins. Sie genossen die Ruhe, kümmerten sich vorzugsweise um das eigene Gärtchen und rümpften gerne die Nase ob den anderen Bauern von den nahen Nachbarhöfen. Schliesslich ist das Gras nebenan stets weniger grün, die Leute dort noch hinterwäldlerischer und generell alles Fremde als minderwertig zu betrachten.

Doch bedrohliche Kunde aus den fernen Landen beunruhigte das sanfte Winzervölkchen. In südlichen Gefilden hatten sich die Herren vom reichen Berge an die Macht gebracht. Und sie warfen ihren lüsternen Blick auf die friedlichen Weinberge, die sie sich noch so gerne einverleiben wollten, während sie das dortige Volk zu unterjochen gedachten.

Diese Drohgebarden weckten das Winzervölkchen auf. Eiligst warfen sie ihre lokalen Ungereimtheiten über Bord und vereinigten sich, um sich so gegen die fremde Übermacht zur Wehr zu setzen. Sie griffen zur Heugabel und riefen laut: «Aufstand! Rebellion!» Rasch formierten sie sich zu einer Revolutionsgarde und nannten sich «die Wildschweine». Sie sammelten sich hinter ihren Leitwölfen Padderich, genannt «der Kapitän», und Folorio, genannt «der Fuchs», und zogen in den Kampf.


UHC Wild Pigs vs. HC Rychenberg III 3:11

«Die Wildschweine» dachten sich: Angriff ist die beste Verteidigung. Kurzerhand marschierten sie deshalb los gen Winterthur, um den Kampf direkt vor die Haustür der Herren vom reichen Berge zu bringen. Zwar war ihnen die geballte Feuerkraft ihres scheinbar übermächtigen Gegners bekannt, doch wussten sie auch von dessen Verwundbarkeit. Denn die Herren vom reichen Berge setzten die von den unterjochten Völkern erzwungenen Steuern vorzugsweise für die Angriffsmaschinerie ein und liessen ihre Verteidigungsbefestigungen verlottern.

Und dennoch: Die Rebellion trug keine Früchte. Zwar rüttelten «die Wildschweine» mehrfach an den Grundfesten, trafen mit ihren stramm geworfenen Heuballen diverse Latten und Pfosten, doch die Winterthurer Mauern hielten. Im Gegenzug vermochten die Herren vom reichen Berge die aufständischen Weinländer immer wieder empfindlich zu treffen, sodass die Schlacht zunehmend aussichtslos wurde.

Bezeichnend: Erst weit nach der Hälfte des Kampfs gelang es «den Wildschweinen» erstmals ein wenig Schaden im Hause der Unterdrücker anzurichten, allerdings nur durch deren gütiger Mithilfe. Und so blieb dem armen Volke nur, die Niederlage und damit die vorübergehende Unterjochung zu akzeptieren. Die Schlacht war verloren, düstere Zeiten standen dem Lande des guten Weines bevor.


FBC Barons Zürich vs. UHC Wild Pigs 4:12

Die Revolution war gescheitert, doch die Geschichte lehrt uns, dass Umbrüche oft nicht im ersten Versuch gelingen. Und so wurde abermals der Kampfeswille des Bauernvolkes geweckt, als sich einige Zeit später ein neuer Feind anschickte, die ländliche Idylle zu erobern. Kunde kam, dass Barone aus Zürich nach der Herrschaft strebten. Und so hallte wieder der Ruf nach Rebellion über die Äcker.

Die kampferprobten Leitwölfe «der Kapitän» und «der Fuchs» scharten ihre Anhänger ein zweites Mal um sich. Doch sie hatten aus dem Fehlschlag in der Schlacht um den reichen Berge gelernt. Damals wurde in den Gefilden um die Rennweghalle gekämpft. Sie dachten aber keineswegs ans Wegrennen und wählten dasselbe, ihnen nun bestens bekannte Gebiet zur Konfrontation mit dem Zürcher Adel. Um sich besser auf die direkten Handlungen auf dem Feld konzentrieren zu können, holten sie sich zudem Hilfe. Für die Koordination «der Wildschweine» setzten sie auf Kommandant Melchior. Oder hiess er Balthasar? Jedenfalls einer der drei biblischen Könige.

Und doch: Die Geschichte schien sich zunächst zu wiederholen. Den Weinländern gelang es anfangs nicht, ihre Widersacher entscheidend zu schwächen. Es war ein Kampf auf Messers Schneide, der hin und her wogte. Zum Zeitpunkt eines kurzzeitigen Waffenstillstands hatte sich noch keine Seite grössere Vorteile erarbeiten können.

Doch der Drang zur eigenen Befreiung war gross im Bauernvolk aus dem Lande des guten Weines. Und so intensivierten sie ihre Bemühungen. Die fremden Barone wussten nicht wie ihnen geschah, mussten Treffer um Treffer einstecken und sahen sich in ihrer Verzweiflung schon bald dazu genötigt, sämtliche Reserven zu mobilisieren und die volle Offensive zu riskieren. Die gewiefte Wildschweinbande festigten daraufhin ihre Front und zogen sich enger zusammen, wohlwissend, dass das Baronenland nun gänzlich ohne Schutz war. Und so gelang es ihnen immer wieder, in die fremden Gefilde einzufallen und so den letzten Widerstand ihrer vermeintlichen Unterdrücker zu brechen.

Die Zürcher Bourgeoisie wurde in die Flucht geschlagen, das Bauernvolk obsiegte. «Rennt weg von der Rennweghalle!», riefen die Aufständischen den Baronen noch zu. «Revolution!»


Fazit

Aufstände wollen gelernt sein. Eine erste Rebellion ging schief. Das Volk aus dem Lande des guten Weins musste sich den Herren vom reichen Berge unterwerfen und für seine Aufmüpfigkeit bezahlen. Lange Knechtschaft war die Folge. Fast zwei Stunden lang dauerte sie und war geprägt von keinerlei Steuern oder sonstiger Unterdrückung. Sie war so grauenvoll, dass wohl weder die Herren vom reichen Berge noch das Bauernvolk etwas davon wussten. Doch die Unterjochten lernten aus ihrer Misere und aus ihrer Geschichte. Ein zweites Mal sollte sie solch unmerkliches Leid nicht ereilen. Tapfer wehrten sie sich deshalb gegen die Barone aus der fernen Grossstadt und verteidigten ihre Freiheit.

Und so endet diese Erzählung von Aufständen und Revolutionen. Das Bauernvolk kehrte zurück zu seinem friedvollen Leben in der Landidylle, genoss die Ruhe, kümmerte sich vorzugsweise um das eigene Gärtchen. Und verachtete die anderen Bauern von den Nachbarhöfen.

In diesem Sinne: Sau, Sau, Wildsau!
Autor: M. S. aus A.
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